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Sachanalyse im Unterrichtsentwurf: was hineingehört, mit Beispiel

Die Sachanalyse ist der Teil des Unterrichtsentwurfs, in dem du den Gegenstand der Stunde fachlich klärst, bevor es um Klasse, Methoden oder Ziele geht. Sie beantwortet eine Frage: Was muss ich über diese Sache wissen, um sie sicher unterrichten zu können?

Hier steht, was in eine Sachanalyse gehört und was nicht, wie lang sie sein sollte und wie du sie aufbaust. Zwei kurze Beispiele aus Grundschule und Sekundarstufe zeigen den Unterschied zwischen Lexikonwissen und einer Sachanalyse, die zur Stunde passt.

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Inhalt dieser Seite
  1. 1. Was in die Sachanalyse gehört und was nicht
  2. 2. Wie lang eine Sachanalyse ist
  3. 3. Aufbau in vier Schritten
  4. 4. Beispiel Grundschule: Magnetismus im Sachunterricht
  5. 5. Beispiel Sekundarstufe: eine Kurzgeschichte im Deutschunterricht
  6. 6. Typische Fehler
  7. 7. So hilft dir Refmeister
  8. 8. Lernziele im 1+2-Modell
  9. 9. Ablauf, der trägt
  10. 10. Differenzierung
  11. 11. Formulierungen, die tragen
  12. 12. Wie Refmeister hilft
  13. 13. Häufige Fragen

Typischer Schmerz

Die häufigste Kritik im Nachgespräch lautet nicht, die Sachanalyse sei falsch. Sie lautet, sie habe mit der Stunde nichts zu tun. Drei Seiten über die Geschichte des Magnetismus helfen nicht, wenn die Kinder in der Stunde herausfinden sollen, welche Gegenstände ein Magnet anzieht.

Was in die Sachanalyse gehört und was nicht

In die Sachanalyse gehört die fachliche Klärung genau des Ausschnitts, den deine Stunde behandelt: die zentralen Begriffe mit einer fachlich sauberen Definition, die Struktur des Gegenstands, also wie seine Teile zusammenhängen, die Fachsprache, die die Klasse in der Stunde braucht, und wo es sie gibt, strittige Punkte oder verschiedene fachliche Zugänge. Belege kommen aus der Fachliteratur, nicht nur aus dem Schulbuch.

Nicht hinein gehören die Lerngruppe, Methoden, Lernziele und die Frage, was du weglässt. Das alles steht in der didaktischen Analyse. Wer beides mischt, schreibt die didaktische Analyse am Ende ein zweites Mal.

Ein Grenzfall sind typische Fehlvorstellungen. Manche Seminare wollen sie schon in der Sachanalyse sehen, andere in einem eigenen Abschnitt zu möglichen Lernschwierigkeiten. Hier gilt, wie bei der ganzen Gliederung, die Vorlage deines Seminars.

Wie lang eine Sachanalyse ist

Die Länge legt dein Seminar fest, für die Prüfungsstunde oft die Prüfungsordnung. Für einen Unterrichtsbesuch ist häufig eine bis zwei Seiten üblich.

Als Faustregel: so viel, dass du jede fachliche Frage der Stunde sicher beantworten kannst, und ein Stück darüber hinaus für die Fragen, die die Klasse stellen könnte. Was du für die Stunde nicht brauchst, kostet nur Platz, und die Fachleitung fragt sich, warum es dasteht.

Aufbau in vier Schritten

Erstens den Gegenstand eingrenzen: Wie heißt das Thema der Stunde, und welcher Ausschnitt des Themas ist gemeint? Ein Satz reicht.

Zweitens die Begriffe klären. Jeder Fachbegriff, der in der Stunde fällt, bekommt eine Definition, die auch fachlich hält. Bei Begriffen, die im Alltag anders benutzt werden, sagst du, worin der Unterschied liegt.

Drittens die Zusammenhänge darstellen: Ursachen und Wirkungen, Abläufe, Regeln, bei Texten Inhalt, Aufbau, Erzählperspektive und sprachliche Mittel.

Viertens mit einem Satz abschließen, welcher Teil davon in der Stunde vorkommt. Die Begründung, warum genau dieser Teil, folgt erst in der didaktischen Analyse.

Beispiel Grundschule: Magnetismus im Sachunterricht

Thema der Stunde in Klasse 2: Welche Dinge zieht ein Magnet an? Eine Sachanalyse, die zur Stunde passt, klärt zum Beispiel: Magnete ziehen Gegenstände an, die Eisen, Nickel oder Kobalt enthalten. Diese Stoffe heißen ferromagnetisch. Andere Metalle wie Aluminium, Kupfer oder Messing werden nicht angezogen. Jeder Magnet hat einen Nord- und einen Südpol. Gleichnamige Pole stoßen sich ab, ungleichnamige ziehen sich an. Die Kraft wirkt auch durch Papier, Holz und Wasser hindurch und wird mit wachsendem Abstand schwächer.

Dazu ein Detail, das in der Stunde wichtig wird: Die 1-, 2- und 5-Cent-Münzen bestehen aus Stahl mit einem Kupferüberzug und werden angezogen, die 10-, 20- und 50-Cent-Münzen nicht. Genau daran zerbricht die verbreitete Vorstellung, alle Metalle seien magnetisch. Was in der Sachanalyse fehlt: die Geschichte des Kompasses, das Erdmagnetfeld und das Modell der Elementarmagnete. Das ist richtig, aber für diese Stunde nicht nötig.

Beispiel Sekundarstufe: eine Kurzgeschichte im Deutschunterricht

Im Fach Deutsch ist die Sachanalyse vor allem die Analyse des Textes, den die Klasse liest. Für Wolfgang Borcherts «Das Brot» in Klasse 8 heißt das: Inhalt in wenigen Sätzen, Figuren und ihre Beziehung, Erzählperspektive, Aufbau mit unvermitteltem Anfang und offenem Ende, die zentralen sprachlichen Mittel und die Stellen, an denen der Text seine Deutung trägt.

Dazu kommen die Gattungsmerkmale der Kurzgeschichte, soweit die Stunde sie braucht, und eine knappe Einordnung in die Nachkriegsliteratur. Die Biografie Borcherts auf einer halben Seite gehört nur hinein, wenn die Stunde mit ihr arbeitet.

Typische Fehler

Abgeschriebenes Lexikonwissen ohne Bezug zur Stunde. Didaktik, die in die Sachanalyse rutscht, etwa «Für die Schülerinnen und Schüler ist dieses Thema besonders motivierend». Das Schulbuch als einzige Quelle. Fachliche Ungenauigkeiten, die die Fachleitung sofort bemerkt, weil sie das Fach studiert hat. Und eine Sachanalyse über das Thema der ganzen Reihe statt über die Stunde.

Ob dein Entwurf an diesen Stellen hält, kannst du im kostenlosen Unterrichtsbesuch-Check prüfen lassen, ohne Anmeldung.

So hilft dir Refmeister

Im Langentwurf für den Unterrichtsbesuch (Einzelzugang) ist die Sachanalyse ein eigener Abschnitt und wird ausdrücklich ohne Didaktik geschrieben, also ohne Methoden, Lerngruppe und Lernziele. Welche Abschnitte der Entwurf enthält und in welcher Reihenfolge, wählst du nach der Vorlage deines Seminars. Mögliche Lernschwierigkeiten stehen in einem eigenen Abschnitt, jede mit einer Intervention.

Der Entwurf ist eine Grundlage, keine Abgabe. Prüfe die Fachaussagen und jede Literaturangabe selbst, bevor du ihn einreichst.

Lernziele im 1+2-Modell

Ein Hauptlernziel, zwei Teillernziele – mehr braucht eine Stunde nicht, und weniger trägt im Besuch nicht. Das Hauptlernziel benennt eine überprüfbare Handlung der Lernenden, die Teillernziele zeigen den Weg dorthin.

Hauptlernziel

Die Lernenden erschließen den zentralen Gegenstand der Stunde am Material und begründen ihr Ergebnis fachlich.

Zwei Teillernziele
  • Sie beschreiben ihre Beobachtung in eigenen Worten und mit dem passenden Fachbegriff.
  • Sie übertragen die Erkenntnis auf einen zweiten, neuen Fall.

Ablauf, der im Besuch trägt

Fachleitungen sehen schnell, ob die Klasse selbst erschließt oder nur eine Erklärung nachvollzieht. Dieser Ablauf hält der Nachfrage stand:

  1. Beobachten

    Die Klasse arbeitet zuerst am Material, nicht an einer Erklärung: beobachten, sammeln, ordnen. Kein Lehrervortrag vor der Erarbeitung.

  2. Vermuten

    Die Lernenden formulieren eine Vermutung oder Hypothese und halten sie schriftlich fest — das macht Denkwege später sichtbar und bewertbar.

  3. Prüfen

    Die Vermutung wird an einem zweiten Fall, Gegenbeispiel oder Datensatz geprüft. Hier entstehen die Aha-Momente, auf die Fachleitungen achten.

  4. Muster benennen

    Erst jetzt strukturiert die Lehrkraft: Fachbegriff, Regel oder Merksatz wird gemeinsam benannt und gesichert — mit konkretem Produkt.

Realgegenstand immer mit Plan B

Jede Demonstration, jedes Experiment und jeder Realgegenstand braucht eine Alternative – Projektion, Video oder Tafelzeichnung. Refmeister nennt die Ausweichvariante direkt mit.

Differenzierung in drei Niveaus

Gleiche Lernziele, unterschiedliche Unterstützung. So bleibt die Lerngruppe zusammen und die Differenzierung ist im Verlaufsplan sichtbar begründet.

Unterstützung

Gerüst, Hilfe, reduzierte Menge

Gestufte Hilfekarten, reduzierte Materialmenge, Satzanfänge für die Ergebnissicherung.

Basis

Erwartungshorizont der Stunde

Aufgabe mit Leitfrage und eigenständiger Wahl des Lösungs- bzw. Deutungswegs.

Herausforderung

Vertiefung, Transfer, Begründung

Zusatzmaterial mit Gegenposition und der Auftrag, die eigene Lösung dagegen zu verteidigen.

Hausaufgabe im klaren Schema

Aufgabe: Übertrage das Ergebnis der Stunde auf ein eigenes Beispiel und begründe deine Entscheidung.
Format: Fünf bis acht Sätze im Heft, mit Bezug auf das Material der Stunde.

Formulierungen, die im Nachgespräch tragen

Die meisten Rückfragen entstehen nicht an der Stundenidee, sondern an unscharfen Lernzielen, einem zu frühen Lehrervortrag und einer Sicherung ohne Ergebnis.

  • Statt

    „Die Lernenden lernen etwas über das Thema.“

    Besser

    „Die Lernenden erklären an einem Beispiel, warum … – und belegen ihre Aussage am Material.“

  • Statt

    Lehrervortrag am Anfang, damit alle den Stand kennen.

    Besser

    Kurzer Impuls, dann Erarbeitung am Material; die Strukturierung durch die Lehrkraft folgt in der Sicherung.

  • Statt

    „Sicherung im Unterrichtsgespräch.“

    Besser

    „Sicherung: gemeinsamer Merksatz an der Tafel, den alle ins Heft übernehmen“ – ein greifbares Produkt.

Wie Refmeister dir dabei hilft

  • Sachanalyse als eigener Abschnitt im Langentwurf, getrennt von der Didaktik
  • Abschnitte und Reihenfolge nach der Vorlage deines Seminars
  • Mögliche Lernschwierigkeiten mit Intervention als eigener Abschnitt
  • Export als Word-Datei zum Weiterschreiben

Häufige Fragen

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