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Bewerbung fürs Referendariat: So funktioniert sie in jedem Bundesland

Der große Überblick für alle 16 Bundesländer: Portale, Fristen, Einstellungstermine, Besonderheiten und praktische Tipps.

Zum Referendariat Guide

Die Bewerbung fürs Referendariat wirkt auf viele erst einmal unnötig kompliziert. Das liegt nicht nur an Fristen und Unterlagen, sondern vor allem daran, dass jedes Bundesland eigene Regeln, Portale und Einstellungstermine hat. Wer sich zu spät oder am falschen Ort informiert, verliert schnell Zeit.

Grundsätzlich gilt fast überall: Für den regulären Vorbereitungsdienst brauchst du einen lehramtsbezogenen Master of Education oder eine Erste Staatsprüfung; beworben wird sich meist online, oft mit späterer Nachreichung einzelner Dokumente. Unterschiede gibt es vor allem bei Einstellungsterminen, Bewerbungsfristen, Dauer des Vorbereitungsdienstes und der Frage, ob zusätzlich Quereinstiegs- oder Sonderverfahren angeboten werden.

Dieser Artikel ergänzt unseren ultimativen Guide fürs Referendariat, in dem du auch alles zu Gehalt, Lehrproben, Organisation und mehr findest.

Das Wichtigste vorab

Bevor du dir einzelne Bundesländer anschaust, solltest du diese Punkte auf dem Schirm haben:

  • Prüfe zuerst, für welches Lehramt du dich bewirbst. Die Verfahren unterscheiden sich oft nach Schulart.
  • Achte darauf, ob dein Land mit festen Stichtagen arbeitet oder ob Bewerbungen zu mehreren Terminen im Jahr möglich sind.
  • In vielen Ländern läuft die Bewerbung online, Zeugnisse oder weitere Unterlagen können teils später nachgereicht werden.
  • Wenn du in einem anderen Bundesland studiert hast, ist das meist kein Ausschlussgrund, aber Gleichwertigkeit und Lehramtszuordnung werden teilweise im Verfahren geprüft.

Welche Unterlagen typischerweise verlangt werden

Je nach Bundesland variiert die Liste leicht. Sehr häufig werden aber verlangt: Online-Antrag, Lebenslauf, Nachweis über den Studienabschluss, Zeugnisse, Identitätsnachweise und gegebenenfalls Nachweise zu Härtefällen, Sozialkriterien oder gesundheitlicher Eignung. In einzelnen Ländern werden außerdem amtsärztliche Unterlagen, Führungszeugnisse oder weitere Formblätter verlangt.

So läuft die Bewerbung in jedem Bundesland

Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg läuft die Bewerbung für alle Lehrämter über ein VD-Online-Bewerbungsverfahren. Je nach Lehramt unterscheiden sich die Bewerbungszeiträume: Für Gymnasium und berufliche Schulen ist die Online-Bewerbung derzeit vom 15. März bis 15. Juni des Vorjahres möglich; für Grundschule, Sekundarstufe I und Sonderpädagogik vom 1. Mai bis 1. September des Vorjahres.

Wichtig ist, dass Baden-Württemberg stark nach Lehramt differenziert. Für einzelne Lehrämter gibt es eigene Informationsseiten, Unterlagen und Hinweise zur Zulassung. Für Gymnasium beginnt der Vorbereitungsdienst nach den Weihnachtsferien; bei anderen Lehrämtern gelten eigene Starttermine.

Bayern

In Bayern ist der Vorbereitungsdienst stark schulartspezifisch organisiert. Das Kultusministerium stellt für die einzelnen Lehrämter eigene Informationsseiten bereit; die Anmeldung erfolgt über den Formularserver bzw. die jeweils angegebene Anmeldelogik des Lehramts. Für das Lehramt an Grundschulen beginnt der Vorbereitungsdienst grundsätzlich im September mit dem Schuljahr; Bayern beschreibt den Vorbereitungsdienst insgesamt als zweijährig.

Praktisch heißt das: In Bayern solltest du nie nur nach „Referendariat Bayern" suchen, sondern immer direkt nach deinem konkreten Lehramt, weil Unterlagen, Hinweise und Fristen über die jeweilige Lehramtsseite gesteuert werden.

Berlin

Berlin bündelt die Informationen zentral über die Senatsverwaltung. Der reguläre Zugang setzt einen lehramtsbezogenen Studienabschluss voraus; beworben wird sich über das Karriereportal auf die veröffentlichte Stellenausschreibung. In den FAQ wird außerdem erklärt, dass Unterlagen teilweise noch nachgereicht werden können.

Berlin ist besonders relevant für Bewerber:innen, die auch berufsbegleitende oder Quereinstiegswege prüfen. Diese laufen teils über gesonderte Ausschreibungen. Wer klassisch ins Referendariat will, sollte sich an der regulären Vorbereitungsdienst-Seite orientieren.

Brandenburg

Brandenburg informiert sehr klar über Bewerbung und Struktur. Die Bewerbung wird online über das Bewerbungsportal für den Vorbereitungsdienst eingereicht. Der reguläre Vorbereitungsdienst dauert in Brandenburg 12 Monate und beginnt formal jeweils zum 1. Februar oder 1. August.

Zusätzlich gibt es in Brandenburg einen besonderen Zugang bzw. berufsbegleitende Formate für Seiteneinsteigende. Für den klassischen Weg ist die reguläre MBJS-Seite die wichtigste Startstelle.

Bremen

In Bremen richtet sich die Bewerbung an das Landesinstitut für Schule (LIS). Auf den offiziellen Seiten wird sowohl die Bewerbungsmöglichkeit per Serviceportal als auch die Kontaktadresse des LIS genannt. Der Vorbereitungsdienst setzt einen erfolgreichen Abschluss des Lehramtsstudiums voraus; laut Merkblatt kann eine Bewerbung teils auch schon vor endgültigem Abschluss eingereicht werden, der Abschluss muss dann aber bis zum Start nachgewiesen sein.

Bremen ist damit vergleichsweise übersichtlich organisiert: wenig Portaldschungel, aber du solltest die Bewerbungshinweise des LIS genau lesen, weil dort die landesspezifischen Unterlagen und Abläufe konkretisiert werden.

Hamburg

Hamburg arbeitet mit einem klaren Onlinebewerbungsverfahren. Die Einstellungstermine sind 1. Februar und 1. August. Die Bewerbungsfrist für den 1. Februar endet am 15. September des Vorjahres, für den 1. August am 1. April desselben Jahres; das Masterzeugnis bzw. die Erste Staatsprüfung kann innerhalb der jeweils genannten Nachreichfristen nachgereicht werden.

Hamburg ist damit eines der transparenteren Länder. Wer sich dort bewirbt, sollte vor allem Fristen und Nachreichtermine sauber im Blick behalten. Außerdem gibt es ein offizielles Formular, in dem auch Härtegesichtspunkte beantragt werden können.

Hessen

In Hessen erfolgt die Bewerbung für den pädagogischen Vorbereitungsdienst online über das Stellenportal des Landes Hessen. Einstellungen finden jeweils zum 1. Mai und 1. November statt. In der hessischen Verordnung ist außerdem geregelt, dass Bewerbungen für den Beginn am 1. Mai bis zum 1. Januar und für den Beginn am 1. November bis zum 1. Juli eingereicht werden müssen.

Hessen ist vor allem für Bewerber:innen interessant, die neben dem klassischen Weg auch Quereinstieg prüfen, weil das Land dafür eigene Ausschreibungen und Zeitfenster im Stellenportal ausweist.

Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern steuert das Referendariat über das Karriereportal Lehrer-in-MV. Dort gibt es eigene Seiten zu offenen Stellen, Ablauf und Bewerbungsverfahren. Besonders auffällig: MV stellt laut Portal viermal im Jahr ins Referendariat ein; die aktuellen Ausschreibungs- und Bewerbungszeiträume werden tabellarisch veröffentlicht.

Das ist ein echter Standortvorteil für Bewerber:innen, die zeitlich flexibel bleiben wollen. Nach Portalangaben erhält man nach Ablauf der Bewerbungsfrist nach dem Prüf- und Auswahlverfahren einen Bescheid, zusätzlich gibt es je nach Lehramt konkrete Ansprechpersonen.

Niedersachsen

Niedersachsen unterscheidet stark zwischen allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen. Für allgemeinbildende Schulen gilt als Voraussetzung ein Master of Education, die Erste Staatsprüfung oder eine als gleichwertig anerkannte Prüfung. Für die Bewerbungen werden die aktuellen Termine über die niedersächsischen Portale veröffentlicht; bei Quereinstieg und beruflichen Schulen verweisen die Seiten ausdrücklich auf zulaonline bzw. das Niedersächsische Serviceportal Schule.

Für Niedersachsen solltest du deshalb immer genau prüfen, ob du dich für allgemeinbildende oder berufsbildende Schulen bewirbst. Das Verfahren ist offiziell klar geregelt, aber nicht ganz so zentral wie in manchen anderen Ländern.

Nordrhein-Westfalen

In NRW läuft die Bewerbung über SEVON. Die Bewerbung richtet sich an die Bezirksregierung, in deren Bezirk der an erster Stelle gewünschte Ausbildungsort liegt. Das Schulministerium veröffentlicht zu jedem Verfahren aktuelle Hinweise, FAQ und Vorankündigungen im Zusammenhang mit den Einstellungsterminen 1. Mai und gegebenenfalls 1. November.

Für Bewerber:innen ist NRW vor allem deshalb relevant, weil das Land sehr groß ist und die Seminarorte eine große Rolle spielen. Wenn du einen bestimmten Ort bevorzugst, solltest du die Zuweisungslogik und die Auswahl des Ausbildungsorts im Portal sehr bewusst anlegen.

Rheinland-Pfalz

Rheinland-Pfalz nutzt eine eigene Bewerberdatenbank für den Vorbereitungsdienst. Die Bewerbung erfolgt online; daneben muss je nach Lehramt ein schriftlicher Anhang an die zuständige Stelle geschickt werden. Für einzelne Lehrämter nennt das Land ausdrücklich die Stichtage 1. April bzw. 1. Oktober vor dem jeweiligen Einstellungstermin; bei berufsbildenden Schulen erfolgen Einstellungen zum 1. Mai und 1. November.

Rheinland-Pfalz ist damit ein gutes Beispiel für ein Land, in dem du nicht nur das Onlineformular beachten solltest, sondern auch die zusätzlichen Unterlagen und das jeweilige Merkblatt für dein Lehramt.

Saarland

Im Saarland läuft die Ausbildung über mehrere Studienseminare; die konkreten Anforderungen finden sich in lehramtsbezogenen Merkblättern und Ausschreibungen. Die Bewerbungen müssen jeweils innerhalb der in der Ausschreibung vorgegebenen Frist eingehen. In den Merkblättern wird außerdem deutlich, dass wegen begrenzter Kapazitäten Auswahlregelungen greifen können.

Für Bewerber:innen heißt das: Im Saarland solltest du dich immer direkt an der aktuellen Ausschreibung und dem passenden Merkblatt für dein Lehramt orientieren, nicht an pauschalen Angaben aus Drittquellen.

Sachsen

Sachsen verwendet ein Online-Bewerbungsverfahren über das Schulportal. Die Zulassung muss elektronisch unter Verwendung des dafür bereitgestellten Formulars bis zum jeweiligen Bewerbungsschluss beantragt werden. Für den in den Suchtreffern sichtbaren Einstellungstermin 10. August 2026 war der Bewerbungsschluss der 1. März 2026; solche Termine werden im offiziellen Merkblatt veröffentlicht.

Sachsen ist damit recht klassisch organisiert: zentrale Onlinebewerbung, lehramtsbezogene Zuständigkeiten beim Landesamt für Schule und Bildung und ein offizielles Merkblatt pro Einstellungstermin.

Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt bündelt Informationen über das Landesschulamt. Dort findest du Einstellungsangebote, Informationsblatt, Ausbildungsprofile und die maßgeblichen Verordnungen. Die Einstellungen in den Vorbereitungsdienst erfolgen laut Leitfaden zum 1. April und 1. September; die Bewerbungsstichtage liegen beim 15. Januar bzw. 30. April.

Das Land erlaubt außerdem die Berücksichtigung von Bewerbungen, wenn der Nachweis über den Abschluss innerhalb der zulässigen Nachreichfristen nachgereicht wird. Auch das ist für viele Bewerber:innen praktisch relevant.

Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein erfolgen die Bewerbungen für den Vorbereitungsdienst über das Onlineportal für den Schuldienst. Laut Leitfaden ist eine Bewerbung grundsätzlich jederzeit zu jedem möglichen Einstellungstermin möglich, sobald die Unterlagen vollständig im Bewerbungsportal hochgeladen wurden. Gleichzeitig wird das Stellenangebot im Serviceportal unter „Vorbereitungsdienst" veröffentlicht.

Schleswig-Holstein wirkt dadurch flexibler als Länder mit starren Jahresfristen. Trotzdem solltest du auch hier mit den konkreten Stellenausschreibungen und den jeweils freigeschalteten Verfahren arbeiten.

Thüringen

Thüringen informiert zentral über das Bildungsministerium zum Vorbereitungsdienst. Das Land stellt Bewerber:innen für mehrere Lehrämter in den Vorbereitungsdienst ein; Detailfragen regelt ein eigenes Merkblatt zur Einstellung. Dieses Merkblatt weist außerdem darauf hin, dass die Dauer je nach Lehramt unterschiedlich sein kann: für Grundschulen grundsätzlich 18 Monate, für andere Lehrämter teils abweichend.

Für Thüringen solltest du deshalb besonders auf das jeweils aktuelle Merkblatt und die landeseigenen Bewerbungsinformationen achten, weil viele konkrete Details nicht so kompakt auf einer einzigen Übersichtsseite stehen wie in Hamburg oder Hessen.

Was bedeutet das praktisch für deine Bewerbung?

Wenn du dich fürs Referendariat bewirbst, solltest du nicht einfach nur „Bewerbung Referendariat + Bundesland" googeln und dann irgendeinen Blog öffnen. Der sichere Weg ist fast immer:

  1. Offizielles Landesportal öffnen
  2. Genau dein Lehramt auswählen
  3. Einstellungstermin prüfen
  4. Fristen und Nachreichfristen notieren
  5. Unterlagen in einer Checkliste sammeln

Gerade weil viele Länder nach Schulart, Seminarort oder Sonderverfahren unterscheiden, spart dir eine frühe Struktur enorm viel Stress.

Typische Fehler bei der Bewerbung fürs Referendariat

Ein häufiger Fehler ist, nur auf den Bewerbungsschluss zu schauen und dabei die Nachreichfristen für Zeugnisse oder Zusatzunterlagen zu übersehen. Ein zweiter Fehler ist, nicht sauber zwischen regulärem Vorbereitungsdienst, Quereinstieg, berufsbegleitendem Vorbereitungsdienst oder Sondermaßnahmen zu unterscheiden. Beides kann dazu führen, dass man im falschen Verfahren landet oder Unterlagen zu spät einreicht.

Parallel zur Bewerbung lohnt es sich, auch die Unterrichtsplanung schon vorzubereiten. Wer Materialstruktur, Tools und Vorlagen früh kennt, startet sicherer ins Referendariat.

Wie Refmeister hier sinnvoll helfen kann

Gerade in der Bewerbungsphase verlieren viele Zeit zwischen Fristen, PDFs, Portalen, Merkblättern und offenen To-dos. Refmeister kann hier nicht die offizielle Bewerbung ersetzen, aber dabei helfen, Bewerbungsschritte, Fristen, Unterlagen und Prioritäten sauber zu strukturieren — besonders dann, wenn parallel schon Themen wie Unterrichtsplanung, Versicherungen oder Seminarvorbereitung anlaufen.

Bereit für einen strukturierten Start?

Refmeister hilft dir, Unterrichtsreihen, Materialien und Abläufe von Anfang an effizient zu planen.

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FAQ: Häufige Fragen zur Bewerbung fürs Referendariat

Every day, 9:01 AM

Grundsätzlich ja, solange die Verfahren das nicht ausdrücklich ausschließen. Entscheidend sind die landesrechtlichen Vorgaben und Fristen der einzelnen Verfahren.

Nicht immer. In mehreren Ländern können bestimmte Abschlussnachweise innerhalb festgelegter Fristen nachgereicht werden. Das musst du aber je Land genau prüfen.

Nein. Brandenburg nennt 12 Monate, Schleswig-Holstein 18 Monate, Bayern zwei Jahre; andere Länder unterscheiden zusätzlich nach Lehramt.

Fast immer über das offizielle Landesportal oder ein landeseigenes Bewerbungsportal, zum Beispiel SEVON in NRW, das Stellenportal in Hessen, das Schulportal in Sachsen oder die Bewerberdatenbank in Rheinland-Pfalz.

Mehr zum Thema Gehalt, Lehrproben und Organisation findest du in unserem Referendariat Guide.