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Didaktische Analyse im Unterrichtsentwurf: die Fragen nach Klafki, mit Beispiel

Die didaktische Analyse ist das Herz des Unterrichtsentwurfs. Sie begründet, warum diese Klasse diesen Inhalt jetzt und in dieser Form lernen soll. Die Sachanalyse hat geklärt, was an der Sache wichtig ist. Die didaktische Analyse entscheidet, was davon in die Stunde kommt.

Hier stehen die Grundfragen nach Wolfgang Klafki, was Seminare heute davon erwarten, wie didaktische Reduktion funktioniert und wie sich die methodische Analyse abgrenzt. Ein durchgehendes Beispiel aus dem Sachunterricht zeigt jeden Schritt.

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Inhalt dieser Seite
  1. 1. Was die didaktische Analyse leisten soll
  2. 2. Die Grundfragen nach Klafki
  3. 3. Lehrplanbezug: zeigen, nicht nur zitieren
  4. 4. Didaktische Reduktion: was du weglässt und warum
  5. 5. Beispiel: Magnetismus in Klasse 2
  6. 6. Didaktische und methodische Analyse
  7. 7. So hilft dir Refmeister
  8. 8. Lernziele im 1+2-Modell
  9. 9. Ablauf, der trägt
  10. 10. Differenzierung
  11. 11. Formulierungen, die tragen
  12. 12. Wie Refmeister hilft
  13. 13. Häufige Fragen

Typischer Schmerz

Viele didaktische Analysen bestehen aus Sätzen, die über jedes Thema passen: «Das Thema ist für das spätere Leben der Schülerinnen und Schüler von großer Bedeutung.» Im Nachgespräch fragt die Fachleitung dann genau nach, und die Begründung trägt nicht.

Was die didaktische Analyse leisten soll

Sie beantwortet drei Fragen. Warum dieser Inhalt, also welchen Wert er für die Lerngruppe hat. Warum jetzt, also welche Stelle er in der Reihe und im Lehrplan einnimmt. Und warum in dieser Form, also was du von der Sache weglässt oder vereinfachst, damit diese Klasse daran lernen kann.

Die didaktische Analyse ist damit eine Begründung, keine Beschreibung. Jeder Absatz sollte eine Entscheidung erklären, die du für die Stunde getroffen hast.

Die Grundfragen nach Klafki

Wolfgang Klafki hat 1958 die didaktische Analyse als Kern der Unterrichtsvorbereitung beschrieben, mit fünf Grundfragen: die exemplarische Bedeutung, also wofür der Inhalt stellvertretend steht, die Gegenwartsbedeutung im Leben der Kinder und Jugendlichen, die Zukunftsbedeutung, die Struktur des Inhalts und seine Zugänglichkeit für die Lerngruppe.

1985 hat er das zu einem Schema mit sieben Fragen erweitert. Neu kamen die Frage, wie sich das Gelernte überprüfen lässt, und die Frage nach dem Lehr-Lern-Prozess hinzu.

Kein Seminar erwartet, dass du alle Fragen schematisch abarbeitest. Gegenwartsbedeutung, Zukunftsbedeutung und exemplarische Bedeutung stehen aber in fast jeder didaktischen Analyse, und die exemplarische Bedeutung ist die, die am häufigsten fehlt.

Lehrplanbezug: zeigen, nicht nur zitieren

Der Lehrplan gehört in die didaktische Analyse, aber nicht als abgeschriebene Kompetenzerwartung. Nenne den Bereich oder das Inhaltsfeld und die konkrete Erwartung, und erkläre dann, welchen Schritt diese Stunde auf dem Weg dorthin macht. Die Lehrplan-Seiten zu deinem Land findest du in der Übersicht der Unterrichtsreihen.

Didaktische Reduktion: was du weglässt und warum

Didaktische Reduktion heißt, die Sache so zu vereinfachen, dass die Klasse sie verstehen kann, ohne sie zu verfälschen. Vereinfachen ist erlaubt, Falsches lehren nicht. Was später ergänzt wird, darf heute fehlen. Was später wieder verlernt werden muss, gehört nicht in die Stunde.

Benenne konkret, was wegfällt. «Das Thema wird vereinfacht dargestellt» ist keine Reduktion. «Das Modell der Elementarmagnete bleibt weg, die Kinder arbeiten nur mit der Beobachtung anziehen oder nicht anziehen» ist eine.

Beispiel: Magnetismus in Klasse 2

Gegenwartsbedeutung: Die Kinder kennen Magnete von Kühlschranktüren, Spielzeug und Brotdosen und haben schon beobachtet, dass nicht alles hält. Zukunftsbedeutung: Magnetismus ist eine Grundlage für spätere Themen wie Kompass und Elektrizität, und das Vorgehen von der Vermutung über den Versuch zum Ergebnis brauchen sie in jedem naturwissenschaftlichen Fach. Exemplarische Bedeutung: Am Magneten erleben die Kinder eine Kraft, die ohne Berührung wirkt, und lernen, eine Vermutung an einem Versuch zu prüfen. Didaktische Reduktion: Pole, Feldlinien und Elementarmagnete bleiben weg. Die Stunde arbeitet nur mit der Frage, welche Gegenstände angezogen werden, und mit dem Befund, dass nicht alle Metalle magnetisch sind.

Didaktische und methodische Analyse

Die methodische Analyse folgt auf die didaktische und begründet den Weg: warum dieser Einstieg, warum diese Sozialform an dieser Stelle, warum dieses Material. Manche Seminare fassen beide zusammen. Auch hier zählt die Begründung: Wie eine Methode funktioniert, musst du nicht erklären, warum sie hier passt, schon.

Zusammen mit Bedingungsanalyse und Lernzielen ergibt sich daraus der Unterrichtsentwurf.

So hilft dir Refmeister

Im Langentwurf (Einzelzugang) heißt dieser Teil «Didaktisches Zentrum und Lernziele». Er beginnt mit dem einen Kerngedanken der Stunde und dem Lehrplanbezug. Danach folgen eigene Absätze zu Gegenwartsbedeutung, Zukunftsbedeutung, exemplarischer Bedeutung und didaktischer Reduktion, in der das Weggelassene konkret benannt wird. Darunter stehen das Hauptlernziel und die Feinlernziele.

Die Begründung ist ein Vorschlag. Was deine Klasse betrifft, weißt nur du. Lies sie deshalb so, wie deine Fachleitung sie lesen wird.

Lernziele im 1+2-Modell

Ein Hauptlernziel, zwei Teillernziele – mehr braucht eine Stunde nicht, und weniger trägt im Besuch nicht. Das Hauptlernziel benennt eine überprüfbare Handlung der Lernenden, die Teillernziele zeigen den Weg dorthin.

Hauptlernziel

Die Lernenden erschließen den zentralen Gegenstand der Stunde am Material und begründen ihr Ergebnis fachlich.

Zwei Teillernziele
  • Sie beschreiben ihre Beobachtung in eigenen Worten und mit dem passenden Fachbegriff.
  • Sie übertragen die Erkenntnis auf einen zweiten, neuen Fall.

Ablauf, der im Besuch trägt

Fachleitungen sehen schnell, ob die Klasse selbst erschließt oder nur eine Erklärung nachvollzieht. Dieser Ablauf hält der Nachfrage stand:

  1. Beobachten

    Die Klasse arbeitet zuerst am Material, nicht an einer Erklärung: beobachten, sammeln, ordnen. Kein Lehrervortrag vor der Erarbeitung.

  2. Vermuten

    Die Lernenden formulieren eine Vermutung oder Hypothese und halten sie schriftlich fest — das macht Denkwege später sichtbar und bewertbar.

  3. Prüfen

    Die Vermutung wird an einem zweiten Fall, Gegenbeispiel oder Datensatz geprüft. Hier entstehen die Aha-Momente, auf die Fachleitungen achten.

  4. Muster benennen

    Erst jetzt strukturiert die Lehrkraft: Fachbegriff, Regel oder Merksatz wird gemeinsam benannt und gesichert — mit konkretem Produkt.

Realgegenstand immer mit Plan B

Jede Demonstration, jedes Experiment und jeder Realgegenstand braucht eine Alternative – Projektion, Video oder Tafelzeichnung. Refmeister nennt die Ausweichvariante direkt mit.

Differenzierung in drei Niveaus

Gleiche Lernziele, unterschiedliche Unterstützung. So bleibt die Lerngruppe zusammen und die Differenzierung ist im Verlaufsplan sichtbar begründet.

Unterstützung

Gerüst, Hilfe, reduzierte Menge

Gestufte Hilfekarten, reduzierte Materialmenge, Satzanfänge für die Ergebnissicherung.

Basis

Erwartungshorizont der Stunde

Aufgabe mit Leitfrage und eigenständiger Wahl des Lösungs- bzw. Deutungswegs.

Herausforderung

Vertiefung, Transfer, Begründung

Zusatzmaterial mit Gegenposition und der Auftrag, die eigene Lösung dagegen zu verteidigen.

Hausaufgabe im klaren Schema

Aufgabe: Übertrage das Ergebnis der Stunde auf ein eigenes Beispiel und begründe deine Entscheidung.
Format: Fünf bis acht Sätze im Heft, mit Bezug auf das Material der Stunde.

Formulierungen, die im Nachgespräch tragen

Die meisten Rückfragen entstehen nicht an der Stundenidee, sondern an unscharfen Lernzielen, einem zu frühen Lehrervortrag und einer Sicherung ohne Ergebnis.

  • Statt

    „Die Lernenden lernen etwas über das Thema.“

    Besser

    „Die Lernenden erklären an einem Beispiel, warum … – und belegen ihre Aussage am Material.“

  • Statt

    Lehrervortrag am Anfang, damit alle den Stand kennen.

    Besser

    Kurzer Impuls, dann Erarbeitung am Material; die Strukturierung durch die Lehrkraft folgt in der Sicherung.

  • Statt

    „Sicherung im Unterrichtsgespräch.“

    Besser

    „Sicherung: gemeinsamer Merksatz an der Tafel, den alle ins Heft übernehmen“ – ein greifbares Produkt.

Wie Refmeister dir dabei hilft

  • Didaktisches Zentrum mit Kerngedanke und Lehrplanbezug
  • Gegenwarts-, Zukunfts- und exemplarische Bedeutung als eigene Absätze
  • Didaktische Reduktion mit konkret benanntem Weggelassenem
  • Hauptlernziel und Feinlernziele direkt darunter

Häufige Fragen

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