Inhalt dieser Seite
- 1. Woher der Begriff kommt
- 2. Was hineingehört
- 3. Was nicht hineingehört
- 4. Schwache und starke Formulierungen
- 5. Wie die Bedingungsanalyse mit dem Rest zusammenhängt
- 6. So hilft dir Refmeister
- 7. Lernziele im 1+2-Modell
- 8. Ablauf, der trägt
- 9. Differenzierung
- 10. Formulierungen, die tragen
- 11. Wie Refmeister hilft
- 12. Häufige Fragen
Typischer Schmerz
Woher der Begriff kommt
Der Begriff stammt aus dem Berliner Modell von Paul Heimann, Gunter Otto und Wolfgang Schulz (1965). Es unterscheidet Bedingungsfelder, also die Voraussetzungen, die du vorfindest, von den Entscheidungsfeldern, die du planst: Ziele, Inhalte, Methoden und Medien. Zu den Bedingungen zählen die persönlichen Voraussetzungen der Lernenden und ihr soziales und kulturelles Umfeld.
Heute stellen die meisten Seminare den fachlichen Lernstand in den Mittelpunkt. Die Rahmenbedingungen der Stunde kommen dazu.
Was hineingehört
Zuerst der Lernstand: was die Klasse in diesem Fach schon kann, was in den Stunden davor erarbeitet wurde und welche fachlichen Voraussetzungen fehlen. Dann die Unterschiede in der Gruppe, etwa beim Lesen, beim Rechnen oder bei der Sprache, soweit sie für diese Stunde zählen. Dann die Arbeitsweisen, die die Klasse geübt hat, zum Beispiel ob sie Gruppenarbeit mit Rollen kennt. Zuletzt die Rahmenbedingungen: Lage der Stunde, Raum, Ausstattung, Doppel- oder Einzelstunde.
Jede Aussage braucht eine Folge. Wenn fünf Kinder noch nicht sicher lesen, steht in der Planung, wie sie trotzdem an den Arbeitsauftrag kommen.
Was nicht hineingehört
Allgemeine Charakterisierungen ohne Beleg. Persönliche Daten einzelner Kinder mit vollem Namen, Diagnosen oder familiäre Umstände, die für die Stunde keine Rolle spielen. Viele Seminare verlangen Kürzel statt Namen. Was zum Datenschutz gilt, sagt dir dein Seminar.
Auch das Sozialverhalten der Klasse gehört nur hinein, wenn es eine Entscheidung in der Planung begründet, zum Beispiel warum du an einer Stelle bewusst auf Gruppenarbeit verzichtest.
Schwache und starke Formulierungen
Schwach: «Die Klasse ist leistungsheterogen.» Stärker: «Etwa ein Drittel der Klasse löst Aufgaben zur Addition im Zahlenraum bis 100 noch zählend. Für diese Kinder liegen auf jedem Tisch Hundertertafeln bereit.»
Schwach: «Die Schülerinnen und Schüler arbeiten gern in Gruppen.» Stärker: «Die Klasse kennt Gruppenarbeit mit festen Rollen seit dem letzten Halbjahr. Die Rollenkarten werden deshalb nicht neu eingeführt.»
Schwach: «Die Lerngruppe ist motiviert.» Stärker: Lass den Satz weg, wenn nichts daraus folgt.
Wie die Bedingungsanalyse mit dem Rest zusammenhängt
Die Bedingungsanalyse ist die Grundlage für die Zugänglichkeit in der didaktischen Analyse, für die Differenzierung und für die Wahl der Methoden. Wenn die Fachleitung im Nachgespräch fragt, warum du etwas so geplant hast, sollte die Antwort oft hier stehen.
Was die Klasse am Ende der Stunde können soll, formulierst du in den Lernzielen.
So hilft dir Refmeister
Besonderheiten deiner Lerngruppe trägst du einmal an der Klasse ein. Refmeister berücksichtigt sie bei Methodenwahl, Differenzierung und Material. Im Langentwurf (Einzelzugang) heißt der Abschnitt «Bemerkungen zur Lerngruppe». Er beginnt mit dem Lernstand, nicht mit dem Sozialverhalten. Persönliche Merkmale erscheinen nur, wenn du sie selbst angegeben hast. Erfunden wird nichts. Wenn Angaben fehlen, bleibt die Stelle offen, und du ergänzt sie.
Lernziele im 1+2-Modell
Ein Hauptlernziel, zwei Teillernziele – mehr braucht eine Stunde nicht, und weniger trägt im Besuch nicht. Das Hauptlernziel benennt eine überprüfbare Handlung der Lernenden, die Teillernziele zeigen den Weg dorthin.
Die Lernenden erschließen den zentralen Gegenstand der Stunde am Material und begründen ihr Ergebnis fachlich.
- Sie beschreiben ihre Beobachtung in eigenen Worten und mit dem passenden Fachbegriff.
- Sie übertragen die Erkenntnis auf einen zweiten, neuen Fall.
Ablauf, der im Besuch trägt
Fachleitungen sehen schnell, ob die Klasse selbst erschließt oder nur eine Erklärung nachvollzieht. Dieser Ablauf hält der Nachfrage stand:
Beobachten
Die Klasse arbeitet zuerst am Material, nicht an einer Erklärung: beobachten, sammeln, ordnen. Kein Lehrervortrag vor der Erarbeitung.
Vermuten
Die Lernenden formulieren eine Vermutung oder Hypothese und halten sie schriftlich fest — das macht Denkwege später sichtbar und bewertbar.
Prüfen
Die Vermutung wird an einem zweiten Fall, Gegenbeispiel oder Datensatz geprüft. Hier entstehen die Aha-Momente, auf die Fachleitungen achten.
Muster benennen
Erst jetzt strukturiert die Lehrkraft: Fachbegriff, Regel oder Merksatz wird gemeinsam benannt und gesichert — mit konkretem Produkt.
Realgegenstand immer mit Plan B
Differenzierung in drei Niveaus
Gleiche Lernziele, unterschiedliche Unterstützung. So bleibt die Lerngruppe zusammen und die Differenzierung ist im Verlaufsplan sichtbar begründet.
Gerüst, Hilfe, reduzierte Menge
Gestufte Hilfekarten, reduzierte Materialmenge, Satzanfänge für die Ergebnissicherung.
Erwartungshorizont der Stunde
Aufgabe mit Leitfrage und eigenständiger Wahl des Lösungs- bzw. Deutungswegs.
Vertiefung, Transfer, Begründung
Zusatzmaterial mit Gegenposition und der Auftrag, die eigene Lösung dagegen zu verteidigen.
Hausaufgabe im klaren Schema
Aufgabe: Übertrage das Ergebnis der Stunde auf ein eigenes Beispiel und begründe deine Entscheidung.
Format: Fünf bis acht Sätze im Heft, mit Bezug auf das Material der Stunde.
Formulierungen, die im Nachgespräch tragen
Die meisten Rückfragen entstehen nicht an der Stundenidee, sondern an unscharfen Lernzielen, einem zu frühen Lehrervortrag und einer Sicherung ohne Ergebnis.
- Statt
„Die Lernenden lernen etwas über das Thema.“
Besser„Die Lernenden erklären an einem Beispiel, warum … – und belegen ihre Aussage am Material.“
- Statt
Lehrervortrag am Anfang, damit alle den Stand kennen.
BesserKurzer Impuls, dann Erarbeitung am Material; die Strukturierung durch die Lehrkraft folgt in der Sicherung.
- Statt
„Sicherung im Unterrichtsgespräch.“
Besser„Sicherung: gemeinsamer Merksatz an der Tafel, den alle ins Heft übernehmen“ – ein greifbares Produkt.
Wie Refmeister dir dabei hilft
- Besonderheiten der Lerngruppe einmal an der Klasse hinterlegen
- Lernstand zuerst, Sozialverhalten nur, wenn es eine Entscheidung begründet
- Keine erfundenen Angaben zur Klasse
- Differenzierung in drei Niveaus im Einzelzugang
Häufige Fragen
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