Inhalt dieser Seite
- 1. Wie eine Lehrprobe abläuft
- 2. Thema und Stunde wählen
- 3. Der Entwurf
- 4. Plan B und Zeitpuffer
- 5. Das Gespräch nach der Stunde
- 6. Checkliste für den Tag
- 7. So hilft dir Refmeister
- 8. Lernziele im 1+2-Modell
- 9. Ablauf, der trägt
- 10. Differenzierung
- 11. Formulierungen, die tragen
- 12. Wie Refmeister hilft
- 13. Häufige Fragen
Typischer Schmerz
Wie eine Lehrprobe abläuft
Vorher reichst du einen schriftlichen Unterrichtsentwurf ein, mit der Frist und in dem Umfang, den deine Prüfungsordnung oder dein Seminar vorgibt. Am Tag selbst hältst du die Stunde vor der Kommission oder den Ausbildenden. Danach folgt in der Regel ein Gespräch, in dem du die Stunde reflektierst und deine Entscheidungen begründest.
Wer bewertet, wie lange der Entwurf sein darf und wie stark das Gespräch zählt, ist von Land zu Land verschieden. Lies die Regeln deines Landes früh, nicht in der Woche davor.
Thema und Stunde wählen
Nimm eine Stunde aus einer laufenden Reihe, nicht eine Showstunde, die für sich allein steht. Die Kommission will sehen, wie du unterrichtest, und eine eingebettete Stunde lässt sich besser begründen.
Wähle Methoden und Abläufe, die die Klasse kennt. Eine neue Sozialform, die du am Tag der Lehrprobe zum ersten Mal einführst, kostet Zeit und erzeugt Unruhe. Plane die Stunde so, dass der Kern auch dann erreicht wird, wenn eine Phase länger dauert.
Der Entwurf
Der Entwurf für die Lehrprobe folgt derselben Logik wie für jeden Unterrichtsbesuch, nur genauer. Die Bedingungsanalyse zeigt, was die Klasse kann. Die Sachanalyse klärt den Gegenstand. Die didaktische Analyse begründet die Auswahl. Die Lernziele sind überprüfbar, und der Stundenverlaufsplan zeigt, wo jedes Ziel sichtbar wird.
Am meisten zählt, dass alles zusammenpasst. Was in der Bedingungsanalyse steht, muss in der Differenzierung wieder auftauchen. Was die Lernziele versprechen, muss die Sicherung einlösen.
Plan B und Zeitpuffer
Plane für die Erarbeitung einen Puffer ein und lege vorher fest, was du kürzt, wenn die Zeit knapp wird. Besser eine kürzere Erarbeitung als eine Sicherung, die wegfällt. Halte eine Zusatzaufgabe für schnelle Gruppen bereit und eine Hilfe für die, die festhängen.
Wenn Technik im Spiel ist, brauchst du eine Variante ohne sie. Ein Tafelbild, das du vorher skizziert hast, rettet eine Stunde, in der der Beamer streikt.
Das Gespräch nach der Stunde
Bereite drei Dinge vor: was gut lief und woran du es festmachst, was nicht wie geplant lief und warum, und was du beim nächsten Mal anders machen würdest. Eine ehrliche Reflexion wirkt stärker als die Behauptung, alles sei nach Plan gelaufen.
Wenn du während der Stunde vom Entwurf abgewichen bist, erkläre, warum. Eine begründete Abweichung, weil die Klasse etwas anderes brauchte, ist ein Zeichen von Professionalität und kein Fehler.
Checkliste für den Tag
Material vollständig und in ausreichender Zahl, dazu einige Kopien als Reserve. Technik am Morgen im Raum getestet. Tafelbild skizziert. Sitzordnung vorbereitet, bevor die Klasse kommt. Ein Exemplar des Entwurfs für dich selbst. Und ein Glas Wasser für das Gespräch danach.
So hilft dir Refmeister
Das Phasenmodell deines Seminars, also welche Phasen eine Stunde dort haben soll, hinterlegst du einmal. Refmeister plant danach. Den Langentwurf (Einzelzugang) stellst du nach den Vorgaben deines Seminars zusammen, mit den Abschnitten in der Reihenfolge, die verlangt wird, und exportierst ihn als Word-Datei.
Vor der Abgabe kannst du deinen Entwurf im kostenlosen Unterrichtsbesuch-Check gegenlesen lassen. Er zeigt, wo er im Nachgespräch angreifbar ist.
Lernziele im 1+2-Modell
Ein Hauptlernziel, zwei Teillernziele – mehr braucht eine Stunde nicht, und weniger trägt im Besuch nicht. Das Hauptlernziel benennt eine überprüfbare Handlung der Lernenden, die Teillernziele zeigen den Weg dorthin.
Die Lernenden erschließen den zentralen Gegenstand der Stunde am Material und begründen ihr Ergebnis fachlich.
- Sie beschreiben ihre Beobachtung in eigenen Worten und mit dem passenden Fachbegriff.
- Sie übertragen die Erkenntnis auf einen zweiten, neuen Fall.
Ablauf, der im Besuch trägt
Fachleitungen sehen schnell, ob die Klasse selbst erschließt oder nur eine Erklärung nachvollzieht. Dieser Ablauf hält der Nachfrage stand:
Beobachten
Die Klasse arbeitet zuerst am Material, nicht an einer Erklärung: beobachten, sammeln, ordnen. Kein Lehrervortrag vor der Erarbeitung.
Vermuten
Die Lernenden formulieren eine Vermutung oder Hypothese und halten sie schriftlich fest — das macht Denkwege später sichtbar und bewertbar.
Prüfen
Die Vermutung wird an einem zweiten Fall, Gegenbeispiel oder Datensatz geprüft. Hier entstehen die Aha-Momente, auf die Fachleitungen achten.
Muster benennen
Erst jetzt strukturiert die Lehrkraft: Fachbegriff, Regel oder Merksatz wird gemeinsam benannt und gesichert — mit konkretem Produkt.
Realgegenstand immer mit Plan B
Differenzierung in drei Niveaus
Gleiche Lernziele, unterschiedliche Unterstützung. So bleibt die Lerngruppe zusammen und die Differenzierung ist im Verlaufsplan sichtbar begründet.
Gerüst, Hilfe, reduzierte Menge
Gestufte Hilfekarten, reduzierte Materialmenge, Satzanfänge für die Ergebnissicherung.
Erwartungshorizont der Stunde
Aufgabe mit Leitfrage und eigenständiger Wahl des Lösungs- bzw. Deutungswegs.
Vertiefung, Transfer, Begründung
Zusatzmaterial mit Gegenposition und der Auftrag, die eigene Lösung dagegen zu verteidigen.
Hausaufgabe im klaren Schema
Aufgabe: Übertrage das Ergebnis der Stunde auf ein eigenes Beispiel und begründe deine Entscheidung.
Format: Fünf bis acht Sätze im Heft, mit Bezug auf das Material der Stunde.
Formulierungen, die im Nachgespräch tragen
Die meisten Rückfragen entstehen nicht an der Stundenidee, sondern an unscharfen Lernzielen, einem zu frühen Lehrervortrag und einer Sicherung ohne Ergebnis.
- Statt
„Die Lernenden lernen etwas über das Thema.“
Besser„Die Lernenden erklären an einem Beispiel, warum … – und belegen ihre Aussage am Material.“
- Statt
Lehrervortrag am Anfang, damit alle den Stand kennen.
BesserKurzer Impuls, dann Erarbeitung am Material; die Strukturierung durch die Lehrkraft folgt in der Sicherung.
- Statt
„Sicherung im Unterrichtsgespräch.“
Besser„Sicherung: gemeinsamer Merksatz an der Tafel, den alle ins Heft übernehmen“ – ein greifbares Produkt.
Wie Refmeister dir dabei hilft
- Phasenmodell deines Seminars einmal hinterlegen
- Langentwurf nach den Vorgaben deines Seminars, als Word-Datei
- Kostenloser Unterrichtsbesuch-Check ohne Anmeldung
- Stunde aus der laufenden Reihe heraus planen
Häufige Fragen
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